Laut Wikipedia ist Ihr Trauzeuge eine benannte Person, die bei Ihrer Eheschließung anwesend ist und diesen Rechtsakt durch Unterschrift bezeugt. Zur standesamtlichen Trauung sind diese seit 1998 nicht mehr gesetzlich vorgeschrieben. Es können aber bis zu zwei benannt werden. Die Aufgaben der Trauzeugen bestehen in der Regel aus dem Verwahren der Ringe, Helfen bei den Hochzeitsvorbereitungen – insbesondere die Koordinierung des Spiele, Reden und Überraschungen von Verwandten und Freunden, von denen das Brautpaar nichts wissen soll – und der Durchführung am Abend, denn das Brautpaar soll ja feiern und sich nicht damit auseinander setzen, dass Onkel Erwin seit 20 Minuten seine Rede hätte halten sollen oder die Dienstleister am Ende des Abends noch hunderte von Euro ausgezahlt bekommen. Auch die Mithilfe beim Planen von Polterabend und Junggesellenabschied gehört zu seinen/ihren Aufgaben.

Als DJ für Hochzeiten sind die Trauzeugen für mich neben dem Brautpaar und weiteren Dienstleistern wie Location und Caterer die wichtigsten Ansprechpartner. Zum einen kann ich als Hochzeits DJ den Trauzeugen im Vorfeld wichtige Dinge mit auf den Weg geben, die diese bei der Planung berücksichtigen und an die übrigen Gäste weiter kommunizieren, zum anderen erfahre ich von den Trauzeugen Informationen, die für einen reibungslosen Ablauf sehr wichtig sind.

Tipps, die ich Trauzeugen mit auf den Weg gebe:

1. Teilt allen Gästen mit, dass Spiele, Reden und Aktionen unbedingt vorher (bei den Trauzeugen) bis zu einem bestimmten Stichtag anzumelden sind, damit es einen Überblick gibt, was alles geplant ist und dies sinnvoll auf die zur Verfügung stehende Zeit verteilt werden kann.

2. Alle Aktionen sollten in der Regel vor dem Eröffnungstanz erfolgt sein, denn danach startet die Party und die soll nicht unterbrochen werden. Haben die Leute sich nach dem Beginn der Party erst einmal wieder gesetzt um einen Dia-Vortrag zu bewundern oder einer Rede zu lauschen, so ist es häufig sehr schwer bzw. unmöglich, sie noch mal mit ähnlicher Begeisterung auf die Tanzfläche zu kriegen.

3. Oft wird falsch eingeschätzt, wie viel Zeit für eine Rede benötigt wird. Ein Zeitplan (wichtig – den braucht man) muss nicht minutiös eingehalten werden, aber wenn er zu sehr aus dem Ruder läuft und es spontane Reden o.ä. gibt kann es schon einmal vorkommen, dass das Service-Personal mit dem minütlich an Temperatur verlierenden Hauptgang im Flur bereit steht und wartet, dass sie endlich den Raum betreten können. Das Brautpaar zahlt eine Stange Geld für gutes Essen, da soll dieses dann auch mit der gewünschten Frische und Wärme den Teller erreichen. Tipp: Reden z.B. im Vorfeld laut vortragen und dabei die Zeit stoppen.

4. Benötigte Musikeinspieler nicht am Abend auf einem Stick oder einer CD mitbringen und dem DJ in die Hand drücken – im besten Fall stürzt ja vielleicht der Laptop ab, wenn man während des Betriebs ein Gerät andockt – sondern bis spätestens zwei Wochen vor der Hochzeit per Post oder dropbox/wetransfer o.ä. übermitteln.

5. Es gehört nicht zur Grundausstattung eines DJ’s einen Beamer mitzubringen. Wenn Ihr einen benötigt kümmert Euch frühzeitig darum bzw. bittet Euren DJ gerne um Hilfe bei der Anmietung eines solchen. Bei der Platzierung des Beamers ist zu beachten, dass die Kabel, die den Sound zur DJ Anlage übertragen lang genug sind und gleichzeitig der Beamer an einer Stelle steht, wo er auch ein Bild so projizieren kann, dass es möglichst von allen gesehen wird. Beamer und Leinwand sind spätestens vor dem Eröffnungstanz abzubauen und zu verstauen, damit sei bei der Party nicht im Weg stehen.

6. Es hilft immer, wenn Ihr den Zeitplan im Blick habt und am Abend dafür sorgt, dass die Beiträge der Freunde und Familie auch ungefähr zu den geplanten Zeitpunkten wirklich beginnen.

7. Hat nichts mit der Musik zu tun, aber sehr hilfreich: Aufkleber mit dem Namen der Schenkenden auf die Geschenke für das Brautpaar kleben, damit diese später wissen, für was sie sich bei wem bedanken dürfen.

8. Grundsätzlich sollten die Trauzeugen einfach schauen, dass alles im Sinne des Brautpaares läuft und auch gern einmal „Nein“ zu einem Vorschlag machen, wenn sie wissen, dass das Brautpaar nun mal keine Lust auf Reise nach Jerusalem oder irgendwelche Bräuche wie Strumpfbandspiele, Herzen-aus-Bettlaken-Schneiden oder Näge-ins-Holz-Hämmern hat.

 

Foto: Lupo / pixelio.de

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